Ins Wasser fällt ein Stein…

Foto_Pastor_Gombert

Gestern sagte mir meine Oma am Telefon, dass zu Hause in unserer kleinen Pfarrgemeinde wie wild die Glocken geläutet haben. Pastor Bernhard Gombert, den wir seit Kinderchorzeiten liebevoll “Gombi” genannt haben, ist tot.

Er hat nicht nur viele Jahrzehnte das Gemeindeleben der Pfarre St. Anna in Düren geprägt. Er hat mich  seit meiner Kindheit im Herzen berührt mit seiner Art den Menschen und vor allem den Kindern  von Jesus Christus zu erzählen. Alles was er vermitteln wollte war, dass die Liebe Gottes und damit die Liebe selbst, über allem steht und nur darauf wartet gelebt zu werden. Von jedem Einzelnen.

Sein Herz und seine Arme waren offen für viele kleine und große Menschen in der ganzen Welt. Kinder waren für ihn immer ein Segen. Seine Gottesdienste bunt und voller Musik, die Kinderohren gerne hören und die man aus vollem Herzen mitsingen kann. Sein Engagement für das Kinderheim Poconas in Bolivien hat große Kreise gezogen. Es war immer seine ganz besondere Herzensangelegenheit.

Er starb in diesen Tagen im beginnenden Advent. In der Zeit wurde die Kirche immer mit unzähligen gebastelten Sternen aus Goldpapier geschmückt. Diese Tradition brachte “Gombi” aus St. Anna mit in die Pfarre D´horn, wo er nach seiner offiziellen Pensionierung noch viele Jahre mit seiner ganz persönlichen Art und Weise viele gute Worte unter die Menschen brachte.

Vor genau einem Jahr –  am 6. Dezember, wurde unser jüngster Sohn an seinem Namenstag von ihm getauft. Es war eine wunderschöne Feier und das schönste Geschenk war für mich, als er für Nikolas und für uns alle das Lied auf der Gitarre spielte und sang, welches den Geist, den Spirit mit den er gelebt und gepredigt hat auf den Punkt bringt: “Alle Kinder dieser Erde” von Detlev Jöcker

Bei einer Tauffeier sagte er stets zum Kind: “Ich salbe Dich zum König/ zur Königin. Lebe königlich, so wie auch unser Herr Jesus Christus königlich gelebt hat.” Den Eltern gab er den Wattebausch, mit der Bitte ihn aufzubewahren und sich wann immer es nötig ist, daran zu erinnern.

Unser lieber Pastor Gombert war für mich immer Grund genug, manchmal der einzige, mich nicht von der Kirche abzulösen, deren Mitglied ich bis heute bin. Nun ist er nicht mehr hier. Mein Schiff hat seinen irdischen Captain an den Himmel verloren, oder gewonnen? Mein Glaube ist fest verwurzelt, aber immer unabhängiger von der kirchlichen Basis. Immer wieder stelle ich mir die Frage, ob sie mehr gesund oder mehr krank ist. Ob ihr geholfen werden kann, oder ob “sie” einfach viel an weiblichen Qualitäten verloren hat, als das ich noch DIE Kirche darin sehen kann. In jedem Fall gehe ich gerne in eine Kirche um dort ein Licht anzuzünden. In diesem Advent ganz besonders für meinen Lieblingspastor, der nun näher an Gottes Liebe dran ist als wir erahnen können.

“Ins Wasser fällt ein Stein,

ganz heimlich, still und leise;

und ist er noch so klein,

er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe

in einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort

in Tat und Wort

hinaus in uns’re Welt.”

Danke Gombi, für so viel. Für Seinen Segen in großen und kleinen Dingen. Für gute Worte und ein offenes Ohr. Ich konnte Dir vieles anvertrauen und kann es nach wie vor. Die Verbindung steht… vielleicht sogar mehr denn je.

Wer zur Weihnachtszeit, oder auch darüber hinaus noch eine schöne Möglichkeit sucht zu spenden und das Geld wirklich gut investiert wissen will, dem lege ich das Kinderheim Poconas in Bolivien ans Herz. Dort wird immer noch vieles gebraucht und mit jeder noch so kleinen Spende kann viel geholfen werden.

Pfarre St. Lukas

Konto-Nr.: 613 372

BLZ 395 501 10          Sparkasse Düren

Stichwort: Poconas

 Bei Angabe ihrer Anschrift erhalten Sie eine Spendenquitung

(Bildquelle: Pfarre D´horn)

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One thought on “Ins Wasser fällt ein Stein…

  1. Als unser Chor am 1. Advent in der Annakirche gesungen hat, hingen sie dort: die Sterne. Und wir sprachen darüber, dass sie sein Vermächtnis sind. Aber uns fiel auch auf, dass zu “Gombies Zeiten” der Sternenhimmel nie am 1. Advent “fertig” dort hing, sondern bis Weihnachten gewachsen ist. Dass die Kinder an jedem Adventsonntag ihre gebastelten Sterne mitbrachten und sie nach und nach dazu gehängt wurden. Und uns fiel auf, dass die Sterne früher weniger perfekt waren. Dass auch viele einfache, ein bisschen schief geklebte und krumme Sterne zwischen den prächtigen Exemplaren hingen. Und dass das eigentlich besonders schön war.

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