Oh du fröhliche!

Es ist Weihnachten. Die Adventszeit beendet sich selbst und die Heilige Nacht ist da. Das Jahr 2013 bäumt sich noch einmal auf für sein großes Finale, bevor es Geschichte ist. Ich genieße die aufregende Vorfreude auf den heutigen Abend und die kommenden Tage,  während das Schulkind gerade die Katze lautstark auffordert die Gleise zu verlassen, weil der ICE nun gleich die Weiche unter dem Couchtisch passiert. Wir sind angekommen in unserem Weihnachten. Dieses Jahr war für uns voller Unwägbarkeiten, Unsicherheiten und Fragen, wo und wie unsere Zukunft vor uns liegt. Es war bunt und fröhlich, der Kleinste mischte sich richtig in die Familie ein und hat seinen Platz eingenommen.  In der Adventszeit haben wir begonnen die Wohnung komplett umzuräumen, nachdem ein besonders lieber Freund uns nach Feng-shui-Kriterien beraten hat. Wir haben mindestens fünf Mal herrliche Vanillekipferln gebacken und jedes Mal waren sie am Abend bereits aufgegessen. Die Kinder haben ein traumhaftes Lebkuchenhaus mit Oma Ingrid angefertigt, das wir mit viel Freude ganz langsam weg geknuspert haben. Es war wie im Märchen. Ich habe noch nie so viele Stunden in meiner Weihnachtswerkstatt verbracht, wie in diesem Jahr. Es sind einige wunderbare Schätze entstanden.

Und dann war da ziemlich plötzlich der 4. Advent. Mit weihnachtlichen Tagen bei den Berliner Großeltern feierten wir den Auftakt in die heilige Zeit. Wie heilig sie wirklich ist, spürt man dann, wenn im Vorfeld fast nichts läuft wie geplant, es wieder völlig unerwartete Wendepunkte gibt, die wieder neue Weichenstellungen für das Familienleben bedeuten und gerade dann zu spüren ist, wie hell dieser Stern leuchtet, der die Nacht erhellt.

Das ein absoluter Kontrollverlust in sämtlichen Lebensbereichen so wohltuend sein kann und letztlich zu einer wundersamen Quelle innerer Ruhe werden kann, hätte ich niemals gedacht. Es  kommt dann der Punkt, an dem du in eine andere Dimension aufsteigst und eine nie geahnte Gelassenheit spürbar ist.

Noch nie habe ich es fertig gebracht, die Wohnung in einem derart desolaten Zustand zu verlassen wie es in diesem Jahr zu Weihnachten der Fall ist. Ich bin gespannt, was sich dort an Eigenleben entwickelt hat, wenn wir wieder kommen. Bis zur letzten Sekunde habe ich vor Reisen oft dafür gesorgt, dass genau das auf gar keinen Fall passiert. Wenn es sein musste auf viele Stunden Schlaf verzichtet und am Tag der Abreise alle Mahlzeiten ausfallen lassen. Vorgestern habe ich mitten im Küchenchaos die wunderschöne selbst gemachte Kerze angezündet, die meine Tochter mir morgens als Geschenk überreicht hatte und mit den Kindern Omelette gegessen. Dazu hörten wir Weihnachtslieder.

Ich bin selbst wie verzaubert von der Erkenntnis, dass ich mich voll und ganz auf das Fest, ungeachtet jeglicher Umstände einlassen kann. Im völlig überfüllten Auto in dem niemand außer dem Fahrer einen Fußraum zur Verfügung hatte, flogen wir federleichte 600km durch das Land und während die Kinder schliefen genossen mein Mann und ich die stille Zeit für uns. Das ist noch keine 36 Stunden her und in der Zwischenzeit sind hier schon einige Wunder passiert. Gestern konnte ich drei Stunden ganz allein mit meiner Mama beim Friseur und  beim gemütlichen Stadtbummel entspannen. Die Kinder huschen wie kleine Weihnachtsgeister durch das Haus und verpacken die letzen kleinen Päckchen. Der Liebste kann auch in der Nähe der Katze frei atmen und heute früh hielten wir alle den Atem an, als der kleine Bruder das heiß ersehnte und zwei lange Jahre herbei gewünschte  große Schokoladenschiff in der kalten Asche des Kaminofens fand.

Genau wie in der Geschichte (St. Nikolaus in Not) aus der er es kennt, hat das Schiff ein kleines Vermögen gekostet. Die Familie hat zusammen gelegt und heute Abend gibt es für jedes Kind nicht mehr als drei Dinge zum Auspacken. Damit die Freude über jedes einzelne Geschenk genug Raum zum tanzen hat. Am ersten und zweiten Weihnachtstag gibt es noch die Päckchen von der Uroma und den Paten. Der Allerkleinste darf sich heute Abend über sein allererstes Püppchen im Schlafsack freuen und über ein Nachzieh-Auto.

Nun geht es gleich los zur Kinderchristmette in den Dom. Für mich das schönste Weihnachtsgeschenk. Vielleicht sollte ich lieber die wasserfeste Wimperntusche benutzen.

Ihr Lieben, ich wünsche Euch fröhliche Weihnachten und diese zauberhaften Momente im Kerzenschein. Wo auch immer und mit wem du dieses Fest verbringst, mach es zu Deiner Weihnacht, das es ganz hell wird in Dir.

Das wünsche ich Dir von Herzen! Anna

 

PS: Wo sind die Fotos? Auch der Computer hat sich jeglicher Kontrolle entzogen und erkennt plötzlich die eigenen Bilder nicht mehr, die ich vom Iphone runter laden will. Sachen gibt´s… Aber das macht nichts. Schließe für einen Moment die Augen und stelle Dir das schönste Schokoladenschiff vor, das du Dir vorstellen kannst. Betrachte es mit Kinderaugen. Staune über die gelb-roten Zuckerrosetten auf der schweren schwarzen Schokolade. Fensterchen, Verzierungen und weiße Watte in den großen runden Schornsteinen. Es trägt in goldenen Buchstaben den Namen “Kongo”, genau wie im Weihnachtsmärchen. Am Abend vorher hast du noch mal in den Sternenhimmel gerufen, dass der liebe Nikolaus es doch nicht vergisst. Und am morgen kannst du es in den Armen halten und es den ganzen Tag über immer wieder betrachten. Und zwischendurch hier und da eine kleine Schokoladenperle klauen und ganz schnell im Mund verschwinden lassen. Fröhliche Weihnachten!

Danke Isabelle von Chocami, dass Du das möglich gemacht hast!

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