Vertrauensvoll in die Schwangerschaft – Tipps für einen guten Start in die Dreisamkeit

Der Weg in eine unbeschwerte Schwangerschaft beginnt mit viel Gelassenheit und Vertrauen. Sieht man sich durch die eigene biologische Uhr unter Druck gesetzt, reicht dies oft schon aus um den Hormonhaushalt empfindlich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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Der richtige Zeitpunkt liegt vermutlich irgendwo zwischen “Überraschungskind” und “perfekt geplant”. Die Schwangerschaft aus heiterem Himmel verläuft insbesondere für die Mutter sicherlich entspannter, wenn sie sich in einer intakten Beziehung befindet und wenn mit der Geburt des Kindes keine existentiellen Sorgen verbunden sind. Stimmen die “äußeren Umstände” d.h. beide Eltern fühlen sich im Grunde ihres Herzens bereit ein Kind zu empfangen, wird auch bei einer ungeplanten Schwangerschaft bald die Vorfreude überwiegen. Besteht hingegen über einen längeren Zeitraum ein einseitiger Kinderwunsch bei einem der Partner wogegen sich der andere noch gar nicht bereit fühlt, belastet dies bald die Beziehung dauerhaft, wenn kein gemeinsamer Lösungsweg gefunden wird. Manchmal nehmen Frauen die Entscheidung für ein Kind allein in die Hand, wenn der Partner nicht mitzieht. Durch einen solchen Alleingang können Konfliktherde an der Beziehungsbasis entstehen, die nicht absehbare Folgen in sich tragen. Nicht zuletzt belastet die Frau sich selbst und eventuell auch das Kind mit einem ewigen Geheimnis oder die Beziehung der Eltern muss zum gegebenen Zeitpunkt einen großen Vertrauensbruch hinnehmen und überwinden.

In einer gleichberechtigten Beziehung werden beide Partner offen über ihre Wünsche und Pläne sprechen und gegebenenfalls auch offen diskutieren und unterschiedliche Standpunkte austauschen.

Bei den gemeinsamen Überlegungen zum Thema Familienplanung können Eure persönlichen Antworten auf die folgenden Fragen hilfreich sein:

 

Wo sehen wir uns in einem Jahr?

 

Was sind unsere Ziele für die nächsten fünf Jahre?

 

Was bin ich bereit zugunsten eines Kindes (vorübergehend)aufzugeben?

Z.B: Platz in der Wohnung, ein zeitaufwändiges Hobby…

 

Wie können wir uns in den ersten drei Jahren mit Kind gegenseitig besonders unterstützen? (Elternzeit, Teilzeit, Umverteilung von Aufgaben)

 

 

Schließlich ist der Austausch über die eigene Kindheit eine sehr schöne Möglichkeit gemeinsame Erziehungsziele zu entdecken und den Partner noch besser kennen zu lernen. Denn auch wenn ihr einander noch so gut zu kennen glaubt und Euch perfekt auf das Eltern-sein vorbereitet, werdet ihr Situationen erleben, in denen ihr an Eure Grenzen kommt. Eine unbedachte Bemerkung des Partners im Streit kann Emotionen aus der eigenen Kindheit wachrufen. Mit einem eigenen Kind wird auch das eigene “innere Kind” wieder empfindsamer. Je mehr ihr über die prägenden Kindheitserlebnisse des anderen wisst, umso leichter fällt es Euch später überschießende Gefühlsreaktionen einzuordnen. Das kann ein sehr hilfreicher Anker sein und ungewollte gegenseitige Verletzungen vermeiden.

Ein “Kindheits-Erlebnis-Abend” mit einem guten Glas Wein bildet einen schönen Rahmen in dem ihr Euch gegenseitig von früher erzählen könnt. Ein paar Kinderfotos und Lieblingsgegenstände aus der Kinderzeit machen die Erinnerungen wacher und helfen dem anderen mit abzutauchen in eine Zeit, die die meisten Paare noch getrennt voneinander erlebt haben. Falls Du Deinen Partner oder Deine Partnerin tatsächlich aus dem Sandkasten kennst, habt ihr sogar die Möglichkeit in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen.

Achte bei Eurem Gespräch auf Deinen Partner und beobachte feinfühlig seine Reaktionen und Emotionen.

 

Anregungen und Fragestellungen für einen gemeinsamen

Kindheits-Erinnerungs-Abend:

 

Was hast Du als Kind besonders gerne gemacht?

 

Mit wem hast du gerne Deine Zeit verbracht?

 

In welchen Momenten warst du traurig?

 

Wann hattest Du Angst?

 

Wie hast Du Deine Schulzeit erlebt?

 

Wie hast Du den Tod eines lieben Familienmitgliedes erlebt?

 

Nicht jede Kindheit besteht aus überwiegend schönen Momenten. Möglicherweise werden durch ein solches Gespräch auch sehr traurige und bewegende Erinnerungen geweckt.

Wenn ihr bei einem von Euch bei dieser Gelegenheit sehr überschießende Reaktionen beobachten oder gar eine traumatische Erfahrung zur Sprache kommt, dann seid dankbar und froh darüber. Denn nun habt ihr die Gelegenheit, belastende Erlebnisse anzuerkennen und zu bearbeiten. Wenn Du etwas derart belastendes mit dir herum trägst, dann ist nun die beste Zeit für Dich zu sorgen und zu prüfen, was für Dich der richtige Weg ist unbelastet den Weg in die Elternschaft anzutreten.

Falls nötig, suche einen geeigneten Psychotherapeuten, der Dich eine zeitlang begleiten kann und Dich unterstützt, Deine Vergangenheit gut zu verarbeiten.

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