Hebammen – wollt ihr sie wirklich wirklich? Na dann los!

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Es ist soweit! Was abzusehen war wurde Wirklichkeit: ab 2015 haben Hebammen in Deutschland keine Haftpflichtversicherung mehr. GOTTSEIDANK!! Kann ich nur sagen. Endlich ist dem Wahnsinn ein Ende gesetzt . Nun gibt es gut gemeinte Proteste und ein allgemeines Aufschreien. Ganz  ehrlich? Ich möchte die Möglichkeit für 5000,- Euro “Erlaubnisgebühr” Frauen bei ihren Geburten fachkundig begleiten zu dürfen nicht mal geschenkt zurück. Mein Beruf ist kein Ehrenamt, und wenn doch, dann nicht um den Preis dieser Verantwortung, die auf den Schultern der Hebammen abgeladen wird, die aus vollster Überzeugung und nach bestem Wissen und Gewissen ihre Arbeit tun. Der Schmerz, der jetzt spürbar wird, durch die drohende Auflösung unserer Berufsstandes gammelt seit Jahren vor sich hin und jetzt ist er endlich für alle sichtbar geworden.

Deutschland hat sich die absurde Situation geschaffen, dass nach Stand der Gesetze wie sie zur Zeit sind, ab 2015 Geburten in diesem Land verboten sind. Denn auf der einen Seite gibt es die Hinzuziehungspflicht der Hebamme, die aber ja dann nicht mehr ihren Beruf ausüben darf. Denn ihre Arbeitserlaubnis ist an die Haftpflichtversicherung gebunden. Wie blöd kann ein Land eigentlich sein, sich dermaßen den eigenen Hahn für nachfließenden Nachwuchs abzudrehen?

Zu 1000% überwachte Schwangerschaften, eine schmerzfreie Geburt, einen Ersatz für Muttermilch, elektrische Geräte, die anstelle der Eltern den Babyschlaf überwachen, das Angebot wird allein durch die Nachfrage geregelt. Das große und lukrative Geschäft rund um den Beginn des Lebens wird regiert von, ich nenne es mal  “stark männlich geprägten Errungenschaften”. Dass meine ich nicht diskriminierend oder bewertend. Es gibt genügend Männer, die sich für eine natürliche Geburt einsetzen. Ich glaube viel mehr, dass es mit am Perfektionsstreben liegt, dem sich viele Frauen unterwerfen, dass sie den Bezug zu ihrer schöpferischen Energie, ihrer absolut weiblichen Anmut verloren haben. Der Preis dafür wird jetzt öffentlich und ganz deutlich sichtbar. Der Hebammenberuf stand schon immer für weibliche Intuition, Urwissen und einen natürlichen Umgang mit dem Existentiellen an sich. Leben, Tod, Kreislauf. Das sind immer noch Tatsachen, denen wir alle unterworfen sind und im Streben danach diese Urkraft zu beherrschen, verlieren wir das wichtigste, was es braucht um Leben weiter zu geben: Die Fähigkeit gebären zu können.

Im Zusammenhang mit der fehlenden Möglichkeit für Hebammen sich zu versichern gibt es für die Zukunft zwei Möglichkeiten:

1. Die schlechteste und das ist gleichzeitig die, die es zu verhindern gilt: Die bisher einflussreiche Lobby, denen die natürliche Geburtshilfe ein Dorn im Auge ist, wird versuchen die Hinzuziehungspflicht der Hebamme zu kippen. Das Gesetz, welches in der Vergangenheit immer wieder umkämpft und geschützt werden musste, könnte angefochten werden mit der Begründung, dass die Versorgung  durch Hebammen in Zukunft durch die aktuellen Entwicklungen nicht sicher gestellt ist. Das ist wichtig zu wissen, sonst steht bald die nächste üble Überraschung ins Haus.

2. Die Gesellschaft. Frauen, Männer, Familien besinnen sich geschlossen und in der deutlichen Mehrzahl auf das Wesentliche. Es wird großflächig erkannt, dass eine Geburt zum Lebensrisiko gehört und nicht versicherbar ist. Mit Prävention, guter Begleitung, Informationsfluss und vor allem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, kann so viel mehr getan werden für eine gute und sichere Geburt. Es kann doch nicht sein, dass es in einer Solidargemeinschaft darauf ankommt, dass im Falle einer außergewöhnlichen Situation der Schuldtopf von einem zum nächsten geschoben wird. “Im Zweifelsfall parken wir ihn bei der Hebamme.” So klingt das für mich, wenn gestriegelte Krankenkassenfutzis, schwitzend vor der Kamera verkünden, dass “wir schließlich nicht unseren Beitragszahlern die Verantwortung für ein pflegebedürftiges Kind übertragen können”.

Leute wacht auf!!!Holt Euch Eure Rechte JETZT zurück!!! Dass Geburt ganz natürlich funktioniert ist KEIN Geheimnis. Die Überraschung des Tages ist: JEDE FRAU KANN DAS!!!

Aktionen wie “Ein Herz für Hebammen”oder “Rettet unsere Hebammen” bringt uns leider nicht viel mehr als “Ein liebevolles Schwanzwedeln für tibetische Straßenhunde” oder “Rettet unser Wäldchen im Stadtpark”.   Diese Kampagnentitel tragen den Spirit einer  sehr demütigen Haltung dem ganzen System gegenüber in sich: “Lieber Herr Gesundheitsminister, haben sie doch ein Herz und retten sie unsere Hebammen.” So funktioniert es nicht. Mit dieser Einstellung werden wir abhängig bleiben.

Eine schwangere Hebamme kann sich im Zweifelsfall selbst behelfen, oder sie kennt auch in Zukunft eine Kollegin, die sie als Freundin bei der Geburt zu Hause unterstützt. Aber die 98,2% der Frauen in Deutschland, die bisher nicht das Vertrauen in ihre Fähigkeiten zurück erlangt haben, stehen wirklich im Regen, wenn da niemand mehr ist, der sie darin bestärkt, dass sie das können, wofür sie geboren sind. Leben hervor bringen. Ein Kind durch sich selbst in die Welt tragen. Die Geburt als Glanzstück erleben

Dass hier und da mal ein Beruf ausstirbt, sich verändert oder weiter entwickelt ist ja an sich nichts ungewöhnliches. Das hat es immer wieder gegeben. Doch hier geht es um so viel mehr… Es bleibt uns allen zu wünschen, dass dies flächendeckend erkannt wird. Was sind Eure Erwartungen an die Geburtshilfe? Wohin soll die Reise gehen?

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Die Müttersterblichkeit in Deutschland ist übrigens in den letzten 7 Jahren um 93!!! % gestiegen. Das ist seitdem die dramatischen Erhöhungen in der Hebammenhaftpflicht ihren Anfang nahmen und sich nach und nach immer mehr Kolleginnen aus der Hebammenarbeit zurück zogen, kleine geburtshilfliche Abteilungen und Geburtshäuser dicht machten und eine flächendeckende Versorgung nicht mehr gewährleistet war.

Hier findet ihr meine Facebookseite zum Thema selbstbestimmte Geburt mit regelmäßigen und aktuellen Informationen.

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32 thoughts on “Hebammen – wollt ihr sie wirklich wirklich? Na dann los!

  1. Pingback: Hebammenunterstützung | Nähminchen

  2. Und wie geht’s nun weiter? Einen Schwarzmarkt etablieren? Wir (meine Frau und ich) können grob über den Daumen gepeilt nur eine Geburt pro Jahr in die Hände einer Hebamme legen. Aber wie soll man den Rest des Volkes aufwecken, die sich selbst der chinesischen Ein-Kind-Politik unterworfen haben?

  3. Ganz meine Meinung! Es gibt noch mehr Beispiele in Deutschland dafür, Petitionen gegen alles… Das ist einfach und man braucht ja auch nicht mehr auf die Straße gehen, das Gewissen ist beruhigt und man hat es für die Sache getan!

    Haben Sie eine Quelle für die Müttersterblichkeit?
    Ich fand nur das: http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Download/Abbildungen/08/a_08_31_muettersterblichkeit_d_w_o_ab1980.pdf?__blob=publicationFile&v=5

    das sind aber noch keine 93% Steigerung zu sehen

  4. Pingback: Die Zukunft unserer Kinder – wo fängt sie an? – Ein nachdenkenswerter Artikel zur derzeitigen Diskussion des Hebammenberufsstandes | Mahamati

  5. Hallo,
    ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen, stimmt das so nicht ganz.
    Die berufsständische Haftpflichtversicherung für Hebammen wird es nach Stand der Dinge auch über 2015 hinaus geben. Richtig ist, dass die aktive Geburtsbegleitung aus dem Schutz herausgenommen wird, bzw. bei vielen Versicherern schon seit langem herausgenommen ist, die Begleitung um Schwangerschaft und Geburt aber weiterhin Bestand hat. Ebenso Bestand haben laufende Altverträge.

    Dies ist eben der hohen Schadenquoten bei den Versicherern geschuldet.
    Finde ich auch nicht gut, ist aber der Entscheid des GDV (Gesamtverband deutscher Versicherer).
    Viele Risiken bei der Geburt regeln sich von selbst, wie oben schon ganz richtig beschrieben wurde, einige aber eben auch nicht. Hier sind ausgebildete Mediziner gefragt, wenn auch nur assistierend zur Hebamme.
    Nach meiner Erfahrung (bin selbst ja auch Papa) war der Arzt/ die Ärztin auch im Geburtshaus anwesend.

    Es läuft also auf eine technische Kompetenzteilung bei der Geburt hinaus (wie sie seit Jahren auch schon praktiziert wird).

    Also ganz so schlimm wird nicht werden, obwohl der Gedanke, dass in Deutschland ohne Geburten, dann ja auch keine Idioten mehr geboren werden können, schon charmant ist. 😉

    An alle Hebammen und Schwangere da draußen alles Gute und Liebe für die Zukunft!
    Schön das es Euch gibt.

    • Großer Irrtum!! Die Nürnberger Versicherung stellt das gesamte Heilwesen- Versicherungsgeschäft ein. Damit entfällt auch Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung. Durch die Kündigung des Rahmenvertrages laufen – soweit ich weiß – im Juli 2015 auch alle Altverträge aus.

  6. Also wir waren mit unserem ersten Kind jetzt sehr Dankbar für die Unterstützung und die Betreuung durch unsere Beleg-Hebamme, die auch bei der Nachsorge nachher unterstützt hat, die man mal fragen konnte – ohne gleich wegen Blähbauch beim Kind ins Krankenhaus zu fahren… ich fände empfände es als deutlichen Verlust beim zweiten Kind darauf verzichten zu müssen

  7. Hebammenhilfe privatisieren, abkoppeln von der Krankenkasse, einen eigenen Topf dafür gründen, in den alle ein klein wenig ihres vielen Geldes einzahlen. Einen Hebammenfond, gesponsert durch eine Art “Soli”! Denn ALLE Menschen in Deutschland sind davon abhängig,,dass wir uns auch in Zukunft noch auf die Gebärfähigkeit von Frauen verlassen können….

  8. Gott sei Dank kann ich selbst keine Kinder mehr bekommen und mit 4 Kindern haben wir unser Soll wohl auch übererfüllt… zumindest, wenn man sich andere Familien so ansieht.
    Hebammen könnten sich doch von Frauen eine Erklärung unterschreiben lassen, dass diese auf “Schadensersatzansprüche” verzichten und die Frauen bezahlen ihre Hebamme selbst… als Privatpatient.

    Die wollen die Hebammen doch nur aus dem Weg haben, um alle Kinder mit einem Chip versehen zu können. Wer würde das sonst freiwillig mit seinem Kind machen lassen…

    Frösche werden langsam gekocht!
    Leute wacht auf! Kann ich da nur sagen…

    Die Meisten sind so obrigkeitshörig, dass sie sich lieber vom Fernsehen ihr Gehirn waschen lassen… und Menschen die die Wahrheit sagen sind Verschwörungstheoretiker…
    Schöne neue Welt!

    • Man kann sich leider (?) diesen “Verzicht auf Schadensersatzansprüche” nicht unterschreiben lassen. Die Eltern dürfen nicht stellvertretend für ihr Kind oder dessen Krankenkasse auf Gelder verzichten, die einem von beiden zustehen.

      Selber zahlen würden es wohl manche Menschen und das fordern ja auch einige Leute vehement, dass Frauen, die sich den Luxus leisten wollen zu Hause zu gebären, dies bitte dann auch selber finanzieren sollen. Aber wo ist da bitte die Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Teure Wunschkaiserschnitte werden anstandslos bezahlt, die Frau noch gelobt, weil sich für die vermeintlich sicherere Geburt entscheidet (was allerdings nicht stimmt). Aber preiswerte und tatsächlich sicherere Geburtsformen werden ausgebuht, nicht finanziert und abgeschafft? Selber zahlen ja, aber dann bitte alles. Dann sprechen wir aber nicht von eine Solidarsystem sondern von “us-amerikanischen Verhältnissen”. Und das die eher kritisch zu beleuchten sind, das hat wohl fast jeder schon mal irgendwo gehört. Versorgungsgerechtigkeit kennt das System dort nicht.

      Ich fände es grandios, wenn wir uns auf unser Solidarsystem besinnen würden, welches auch kranke oder behinderte Menschen versorgen und nicht outsurcen sollte und welches Frauen ein Wahlrecht einräumt, auch für den Ort ihrer Geburt. Wofür bitte haben wir es sonst???

    • Puh, die Geburt selbst finanzieren? Wow – das wäre ja was. Das würde die 38 jährige Akademikerin für ihr erstes und einziges Kind wohl tun und können. Aber was ist mit der 21jährigen Verkäuferin ohne verantwortungsvollen Partner und aus schwierigen Verhältnissen? Gerade sie und ihr Kind brauchen doch die liebevolle, kompetente Unterstützung einer vertrauten Hebammen! Damit sie als kleinst-Familie eine Chance auf einen glücklichen Start hat…
      Aber klar, es kommt auf die Gesellschaft an. Wollen wir uns das leisten, dass gerade diejenigen, die es, aus welchen Gründen auch immer, schwerer haben, auch Chancen bekommen? Oder sind uns die Bedürftigen egal? Survival of the fittest? Willkommen zurück in den grausamen Strukturen der Evolution.

  9. Ich bin Hebamme und das auch leidenschaftlich gerne. Ich begleite Frauen und ihre Familien durch die aufregende Zeit der Schwangerschaft, versuche sie mit Kursen auf die Geburt und auf das Leben mit Kind vorzubereiten. Auch unter Geburt bin ich für die Frauen und ihre Familien da, stehe ihnen bei den Höhen und Tiefen zur Seite, und stärke ihnen bei ihren Entscheidungen den Rücken. Und auch nach der Geburt gibt es 1000 Fragen, die die Familien im Wochenbett beschäftigen. Auch dann bin ich jeden Tag für sie da, telefonisch und bei Hausbesuchen. Nun gibt es ab Juli 2015 keine Möglichkeit mehr sich als Hebamme zu versichern, was einem Berufsverbot gleichkommt. Ich habe so viele Fragen im Kopf. Hat sich mal jemand darüber Gedanken gemacht, wer dann die Familien betreuen wird, wer sie in Kursen auf die Geburt vorbereitet oder sie danach im Wochenbett besucht? Wer schaut nach Verletzungen, tastet nach der Gebärmutter, hat das Wohl des Kindes im Blick oder hat ein offenes Ohr und Tipps für all die vielen Nöte und Ängste? Die gynäkologischen Praxen, die jetzt schon überfüllt sind? Oder die Kinderärzte, bei denen die Frauen mit ihren Säuglingen dann stundenlang im Wartezimmer sitzen, wo auch alle anderen (kranken) Kinder zusammenkommen?

    Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere bezieht sich auf die Argumentation der Versicherer, wonach die Kosten für “Schadensfälle” im Bereich Geburt extrem gestiegen seien und dementsprechend eine Versicherung von Hebammen nicht mehr lohne. Geburten wird es aber weiterhin geben, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Demzufolge wird es weiterhin “Schadensfälle” (Terminologie der Versicherer) geben, die mit horenden finanziellen Forderungen verbunden sein werden. Wer kommt dann für diese auf? Die Versicherungen der Ärzte? Ist es dann nicht nur eine Frage der Zeit bis auch deren Haftpflichtversicherer den Rückzug antreten, weil sich die Versicherung von Ärzten auch nicht mehr lohnt? Können diese Folgen wirklich politisch gewollt sein? Ist hier nicht ein Denken außerhalb von Legislaturperioden angebracht?
    Nicht nur das Fachpersonal (Hebammen & Ärzte) wird unter dieser Entwicklung zu leiden haben, sondern jedes Paar, was in Deutschland einen Kinderwunsch hegt.
    Was nun?
    Fiona Kulbach

  10. Wie währe es eine spezielle Hebammenversicherung durch Frauen zu gründen, die von der entsprechenden Administration eine Ahnung haben, getragen von einem Solidarfond allá Artabana (ist eine Krankenkassenalternative), von all den vielen Frauen und Männern, die nicht bereit sind auf die natürliche Geburt und Entbindung zu verzichten. Ich verdanke meiner Hebamme, dass meine Erstgeborene kein Kaiserschnitt im Krankenhaus wurde und mein zweiter ebenfalls in einer wunderschönen Hausgeburt geboren werden konnte. Nun leitet meine Tochter diesen Aufruf über fb weiter…das freut mich sehr und ich hoffe wir älteren Frauen…für die das Thema ja abgeschlossen ist, finden uns zusammen um die Jungen zu unterstützen! Hier ist wirklich absolute Solidarität angesagt…mögen wir Frauen lernen was es dazu braucht!

    • Finde ich eine sehr gute Idee, Solidarität muss weiter gehen als im Internet unterschreiben! Wir Menschen sollten unsere Hebammen selber finanzieren! Dran bleiben!

  11. Sollte es tatsächlich im nächsten Jahr keine Geburtshilfe durch Hebammen mehr geben, würde ich unser nächstes Kind tatsächlich alleine mit Beistand durch meinen Mann gebären. Aber bei jeder meiner vorherigen Geburten hat die Hebamme zwei spezielle Tipps gehabt, auf die ich selbst in dem Moment nicht gekommen bin. Ich wäre mir also schon sicherer mit Hebamme.
    Ansonsten klar: was man nicht ändern kann, muss man akzeptieren
    Aber: so lange noch Möglichkeit zur Änderung besteht, muss man sich für das Bessere einsetzen.

  12. Ich habe drei hausgeburten hinter mir und schließe eine weitere nicht aus. Sollte dies traurigerweise nicht mehr mit einer Hebamme möglich sein, mache ich es zur Not alleine, lasse mich aber nicht ins Krankenhaus zwingen ( außer natürlich, etwas ist im Vorfeld erkennbar nicht in Ordnung).
    Der hebammenberuf ist ja wohl einer der schönsten auf der Welt,und ganz klar Berufung. Mit Sicherheit ist aber auch der Verdienst bei jeder einzelnen Hebamme wichtig. Was soll also eine Hebamme, sagen wir mal 55 Jahre, plötzlich anderes machen? Und das, nachdem sie jahrzehntelang Freude an ihrem Beruf hatte!
    Ich habe keine schlaue Idee und kenne mich rechtlich bzw in den Versicherungsdingen nicht gut aus, aber das darf man doch so nicht akzeptieren!
    Wer entscheidet denn, ob sich die Hebammen ab 2015 noch haftpflichtversichern können oder nicht?
    Vielleicht erreicht man gezielt bei den Versicherungen ja etwas.
    Als wenn es nicht risikoreichere Berufe gäbe?!
    Grade was Kinder betrifft, egal welches Alter, gibt es ständig Veränderungen, u3 betreeung, U2 betreeung, G8, etc.
    Die Geburt ist so privat und ganz alleine Sache und Entscheidung der Eltern, ob sie mehr Zuwendung durch eine Hebamme oder einen Arzt haben möchten, wie und in welchem Rahmen das Kind geboren werden soll- wirklich unglaublich, dass diese Freiheit genommen wird.
    Unnötiges Betreuungsgeld könnte beispielsweise doch auch lieber an Hebammen für Versicherungen etc gehen…..

  13. Pingback: Natürliches Baby » Das geht uns alle etwas an!

  14. Ganz ehrlich: wenn ich mich für ein zweites Kind entscheiden würde, dann wüsste ich gar nicht, wie es ohne eine Hebamme gehen soll. Sie war es nämlich, die mir bei der Geburt (neben dem Partner, der ab und zu aus dem Raum musste um durchzuatmen;) die Hand gehalten haben und mitgefühlt haben. Die Ärztin war nur “Deko”. Das erinnert mich an die Erzählungen meiner Mutter, wie kalt und unpersönlich damals die Krankenhäuser in Polen waren und man das Kind so schnell wie möglich auspressen sollte… Brrrrrr. Wer will das bitte wieder so haben?!

  15. Pingback: Reproduktionspolitik in Deutschland – menschenverachtender geht’s kaum | Drop the thought

  16. Hallo. Wie soll das den gehen ohne Versicherung? Eins ist klar, Hebammen gibt es solange Frauen Kinder gebären. Heute glucklicherweise mit sehr qualifizierter Ausbildung. Doch wer mit einem guten Ausbildungsberuf , arbeitet heute ohne rechtlichen Arbeitnehmer Schutz oder sich als selbstständiger gegen evtl. Schäden zu versichern?KEINER! Warum auch da währe man ja schon blöd. Ich Zweifel manchmal wirklich an den Leuten die Dinge in unserem Land bewegen. Nach der Geburt meiner Kinder wusste ich lang nicht was ich beruflich machen will nur das ich meiner bisherigen Tätigkeit ,als kinderpflegerin nicht mehr nachgehen mochte. Mein grosses Ziel war es Hebamme zu werden. Da ich weiß das währe mein Ding. Doch bei dem stand der Dinge bin ich perspektiv los und alle werdenden Eltern die wie ich und jede Mutter die Unterstützung einer Hebamme schätzen und braucheb auch. Die essentiellsten Dinge gehen in unserer Gesellschaft verloren. Hebamme sein bedeutet nun mal nicht nur Kinder zu entbinden sondern Familien Halt,Unterstützung und Vertrauen zu geben. Ps: Bei meiner 2 Geburt war ich ambulant in einer grossen Klinik da wit kurz vor dem ET umgezogen sind und meine hebi zu weit weg war: Der Arzt kam eine halbe Stunde nach der Geburt weil er zuviel anderes zu tun hatte und hat die Papiere unterzeichnet. Ohne Hebamme währe ich auf mich gestellt gewesen in diesem hässlichen alten Kreißsaal. Was passiert hier gerade. Wenn das meine erste Geburt gewesen währe würde ich das für eine normale Geburt halten. Zum Glück muss ich das nicht.

  17. Da wird uns vorgegaukelt die Emanzipation wäre erfolgreich gewesen, in Wirklichkeit hat sie viel Schaden angerichtet. Schon lange hatten Frauen keinen so schlechten Stand mehr in der Gesellschaft wie heute (das “Hebammenproblem” ist nur ein Symptom). Die Frauenfeindlichkeit beginnt da, wo Frau sein nur dann Anerkennung erfährt, wenn Frau zum Mann wird. Wir schaffen uns eine Gesellschaft ohne weiblichen Werte. Aber welche Frau will heute eigentlich noch Frau sein? Sehr viele fühlen sich minderwertig in ihrer eignenen Weiblichkeit, streben nach der Anerkennung, die ihnen entzogen wurde und verlieren die in dieser Gesellschaft so sehr gebrauchten weiblichen Attribute.

  18. Pingback: #70: Hebammen-Blogwoche | Bloggen. Leben. Nähen.

  19. Du bist in deinem Eintrag ziemlich krass eingefahren im Denken in Geschlechterstereotypen (s.u.), Frauen sollen – natürlich von ihrer biologischen Natur her “anmutiger” sein etc..
    Du sprichst mit diesem Zitat Männern sämtliche Intuition ab, Geburten zu untersützten, was, wenn man das weiterspinnt, dazu führt, dass sie sich auch nicht gut um Kinder kümmern können da ihnen die “weibliche Intuition fehlt”. Somit wären Jahrzehnte feministischer Arbeit mal eben weggewischt und die Frauen *müssten* wieder zu Hause bei ihrem Kind und der Hausarbeit hocken . Hinzu kommt, dass du mit deiner Aussage Transidentitären ihre Existenz absprichst, denn dass Männer, die das weibliches Geschlecht annehmen oder umgekehrt würde nach deiner Aussage, so wie ich sie verstehe, keinen Sinn machen – z.B. hätten sie ja keine biologisch weiblichen Eigenschaften. Dabei übersiehst du z.B., dass die binären Geschlechterkategorien ein europäisch/westliches Konzept gibt und es auch Gesellschaften mit drei oder mehr Geschlechtern gibt. Als Grundlage dieser Konzepte werden die Wechselwirkung der Persönlichkeitsentwicklung mit der Sozialisation und anderen gesellschaftlichen Erwartungen anerkannt, Ganz zu schweigen von intersexuell geborenen Menschen, hätten diese dann “weibliche” oder “männliche” Eigenschaften und “Urwissen”?
    Zusammenfassend finde ich deinen Post sehr einschränkend für die Selbstentfaltung Menschen aller Geschlechter, was schade ist, da ich die eigentliche Aussage über die Wichtigkeit von Hebammen für unsere Gesellschaft teile.

    Zitat: “( dem sich viele Frauen unterwerfen, dass sie den Bezug zu ihrer schöpferischen Energie, ihrer absolut weiblichen Anmut verloren haben. Der Preis dafür wird jetzt öffentlich und ganz deutlich sichtbar. Der Hebammenberuf stand schon immer für weibliche Intuition, Urwissen und einen natürlichen Umgang mit dem Existentiellen an sich. Leben, Tod, Kreislauf

    • Liebe Runkelrübe, meine Gedanken sind das genaue Gegenteil von “eingefahren”, da brauchst du Dir keine Sorgen machen;-)
      Vielleicht hast Du auch einfach diesen Satz überlesen:”Es gibt genügend Männer, die sich für eine natürliche Geburt einsetzen.”
      Mein Artikel beleuchtet die aktuell problematische Situation der Geburtshilfe in Deutschland. Es ist hier von männlichen und weiblichen Qualitäten die Rede und nicht von geschlechtsgebundenen Eigenschafen.

  20. Pingback: Wunschbaby 2014 - Seite 155

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